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Foto: FIT

Erstsemester im Porträt

Vicky-Frank-Elli
Viktoria K. (links) und Elli B. mit ihrem Kommilitonen Frank D. aus Tansania, Foto: FIT

Studieren an der FIT aus deutscher Perspektive - zwei Erstsemester im Porträt

Ihre Pläne standen fest: Geografie wollte Elli B. studieren, in Leipzig. Sie hatte auch schon einen Studienplatz. Aber dann kam alles ganz anders. Ein Link im Internet hat ihre Lebensplanung umgekrempelt und die gebürtige Hessin in die Lüneburger Heide verschlagen. Seit Oktober 2013 studiert sie an der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie (FIT) Hermannsburg den Studiengang Missionswissenschaft und internationale Diakonie. Erst dachte sie, ihre Eltern würden ihr den Kopf abreißen wegen ihres plötzlichen Sinneswandels, aber das Gegenteil war der Fall. Ihre Mutter meinte begeistert: Das passt viel besser zu dir.

Bisher hatte ich mich immer etwas vor Sozialem gedrückt, bekennt Elli. Was nicht ganz stimmt, denn sie hat sich viel in ihrer Kirchengemeinde engagiert, ein Jahr als Au-Pair in England gearbeitet und ein weiteres Jahr als Freiwillige beim Hausnotruf der Malteser. Doch eigentlich wollte sie beruflich nicht auf die soziale Schiene

Anders ihre Kommilitonin Viktoria K. Gleich nach ihrem Abi machte sie einen sozial-missionarischen Einsatz in Peru und Ecuador, arbeitete dort in einem Kinderheim in einem der Slums von Lima, in einer Schule mit behinderten Kindern in einer kleinen Stadt im peruanischen Regenwald und in einem Haus für schwangere Teenager in Quito. Dass sie danach soziale Arbeit studieren würde, war für sie klar. Dass sie dies in Verbindung mit Theologie und in einem internationalen Setting würde tun können, noch nicht. Über diese ideale Kombination, die der neu eingerichtete Bachelor-Studiengang der FIT Hermannsburg bietet, freut sie sich sehr. 

In Südamerika hatte Viktoria einige Monate bei einer Pastorenfamilie gelebt und auch andere Pfarrer kennen gelernt. Deren theologisches Wissen, Neugier und Interesse, sich über theologische Fragen auszutauschen, haben Viktoria beeindruckt und in ihr den Wunsch geweckt, sich mehr mit Theologie zu befassen. Das kann sie nun, ohne ihr Berufsziel soziale Arbeit aufzugeben. Und die internationale Ausrichtung des Studiums in Hermannsburg schließt natürlich wunderbar an ihr Auslandsjahr in Südamerika an.

Das internationale Ambiente an der FIT mit Studierenden aus fast 20 verschiedenen Nationen finden beide klasse. Das ist etwas total Schönes, schwärmt Elli. Es ermöglicht ihnen, auch ohne ins Ausland zu gehen, viel über andere Länder zu lernen. Nicht nur im Studium, sondern im täglichen Zusammenleben auf dem Campus. Denn in Hermannsburg wohnen fast alle Studierenden in Häusern auf dem Gelände der Fachhochschule, essen zusammen, feiern gemeinsam Andachten. Man lernt jeden Tag etwas Neues, sagt Elli. Sie liebt es zu beobachten, wie respektvoll sich zum Beispiel die Afrikaner ihren Mitmenschen gegenüber verhalten. Viktoria fasziniert das andere Näheverständnis.

Beide schätzen zudem die kleinen Gruppengrößen und wie gut sich die Profs um jeden Einzelnen kümmern. Eine Professorin hat uns gleich schon zum Tee nach Hause eingeladen“, erzählt Viktoria.

Ein klares Berufsziel haben Elli und Viktoria noch nicht. Ich finde es gut, dass wir hier eine breite Grundausbildung bekommen, viel ausprobieren können mit Praktika und Hospitationen und uns dann später auf das spezialisieren, was uns am meisten liegt, sagt Elli. Viktoria möchte am liebsten mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Man darf gespannt sein, wann beide ihre wahre Leidenschaft entdecken. Erst einmal aber scheint die FIT der richtige Ort für sie zu sein.