Kopfgrafik Lerngruppe

Foto: FIT

Warum ich ITMG studiere

Peter Arthur ist Pastor der internationalen Akebulan-Gemeinde in Berlin. Seit Herbst 2012 absolviert er an der FIT Hermannsburg den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang "Interkulturelle Theologie, Migration und Gemeindeleitung" . Hier schreibt er, was ihn dazu motiviert:

Liebling, warum Hermannsburg?

Meine Familie, Kirchen- und Netzwerkarbeit in Berlin einmal im Monat zurückzulassen, um an den je einwöchigen Blockmodulen meines Studiengangs in Hermannsburg teilzunehmen, ist keine Kleinigkeit. Es bedeutet ein Opfer an Zeit und Kraft. Warum also fahre ich seit über einem Jahr regelmäßig dorthin? Weil Hermannsburg einen globalen Weg beschritten hat. Hier ist ein Raum entstanden, in dem die Herzen und Gedanken von uns Studenten so geschult werden, dass wir FIT werden - für das Leben in Deutschland und für globales Handeln. „FIT“ ist die Abkürzung für “Fachhochschule für Interkulturelle Theologie”. 

Lernen, Trennendes zu überwinden

Viele Diplomaten und Politiker unserer Tage sind sich darin einig, dass die Menschheit nur durch erfolgreiche interkulturelle Kommunikation überleben kann. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Technik rasant entwickelt. U.a. konnte das Transportwesen entscheidend voran gebracht werden. Die daraus entstandene Beweglichkeit hat unsere Welt in ein „globales Dorf“ verwandelt. Leider hat sich aber die Fähigkeit der Menschen, mit den neuen Nachbarn, die von weit her gekommen sind, zu kommunizieren, nicht automatisch mit entwickelt. Stattdessen hat sich das mangelhafte Verständnis von Menschen unterschiedlicher Herkunft sogar zu einem zentralen Problem entwickelt. Kommunikation zwischen Menschen derselben Rasse, Religion, Konfession, Gemeinde oder Familie ist oft schon schwierig. Zwischen Menschen unterschiedlicher Kultur und Religion braucht sie darum besondere Aufmerksamkeit und Anstrengung. In Hermannsburg lernen wir Schritt um Schritt, das, was uns trennt, zu überwinden, so dass wir nicht isoliert voneinander bleiben. 

Vorgefertigte Denkmuster hinterfragen

Unsere Weltanschauung entsteht dadurch, dass wir definieren, was uns in unserem täglichen Leben umgibt. Das geschieht meistens unbewusst, nimmt aber eine zentrale Stellung ein, wenn eine Gesellschaft festlegt, welche Werte die Grundlage ihres Zusammenlebens sein sollen. In jedem Kulturkreis werden solche Werte den Kindern von früh an durch Traditionen nahe gebracht. Nach und nach bringt man ihnen vorgegebene Strukturen bei, nach denen sie denken und handeln sollen. So kommt es, dass je nachdem, in welcher Kultur wir aufwachsen, wir eine bestimmte Sicht auf die Dinge und Interpretation von Realität übernehmen. Hermannsburg ist ein Ort, an dem wir effektiv unsere vorgefertigten Denkmuster hinterfragen, um ein besseres interkulturelles Verständnis zu entwickeln.

Eigenen Standpunkt nicht aufgeben

Momentan sind noch die meisten Professoren Deutsche, aber sie haben viele Jahre im Ausland verbracht und international gearbeitet. Sie haben gelernt, kulturelle Unterschiede wertzuschätzen. Dadurch helfen sie uns internationalen Studenten, unseren Kulturschock zu überwinden und ein stärkeres Selbstbewusstsein zu entwickeln. „Ohne Wissen voneinander kann kein gegenseitiges Verständnis entstehen; ohne Verständnis gibt es kein Vertrauen und keinen Respekt; ohne Vertrauen gibt es keinen Frieden, nur die Gefahr von Konflikten. Das bedeutet, dass wir bereit und fähig werden müssen, uns damit vertraut zu machen, wie Menschen anderer Kulturen denken und ihre Umgebung wahrnehmen. In diesem Prozess sollten wir aber nie unseren eigenen Standpunkt aufgeben.“ (Roman Herzog)